18.09.2013

"Ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Bangen"

Verkehrsentwicklung und Stadtmarketingprozess waren Themen bei der Hauptversammlung des Werbekreises Marburg Nordstadt

Marburg (wi). "Ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Bangen." So beschreibt Christian Großmann den Gemütszustand vieler Geschäftsleute in der Marburger Nordstadt Der 1. Vorsitzende des Werbekreises Marburg Nord nimmt damit Bezug auf die Verkehrssituation im Viertel, die seit langem von Baustellen geprägt ist. Dies wird sich auch in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht ändern, da die Stadt die Bereiche in der westlichen Bahnhofstraße, der Elisabeth- und Deutschhausstraße umgestalten will. Auf der anderen Seite steht die Aussicht, dass nach Abschluss aller Arbeiten das Quartier, was Aufenthaltsqualität und Attraktivität angeht, besser dasteht.

 

So war es nachvollziehbar, dass jetzt in der Jahreshauptversammlung des Werbekreises die Verkehrsentwicklung in der Nordstadt Thema war. Als Referenten hatte man sich deswegen den städtischen Baudirektor Jürgen Rausch eingeladen. Eine wichtige Rolle spielte allerdings auch der Stadtmarketingprozess, der mit dem neuen Stadtmarketingkoordinator Jan Röllmann ebenfalls prominent vertreten war. Außerdem waren Mitglieder des Vereins MarBid zugegen, mit dem seit Jahren eine gute Zusammenarbeit in allen Belangen der Nordstadt gepflegt wird.

 

Röllmann stellte sich, sein Aufgabengebiet und sein Konzept vor. So könnten gemeinsame Veranstaltungen mit einer Marburger Frühlingswoche und in der Weihnachtszeit mit quartiersbezogenen eigenen Events neue Möglichkeiten bieten. Es wurde angeregt, sich bei einer Veranstaltung des Rosenparks und der DV AG im Juni miteinzubringen. Für die zukünftige Finanzierung des Stadtmarketingprozesses verwies Röllmann auf die Vorstellung aus dem Rathaus, dass zusätzliche Mittel von allen Akteuren erbracht werden sollten.

 

Die Mitglieder des Werbekreises sprachen sich grundsätzlich für die Unterstützung des Prozesses aus. Entscheidend sei jedoch der Erfolg bei dem Bestreben, andere Akteure und Profiteure des für die gesamte Stadt bestimmten Marketings mit permanenter Bautätigkeit ins Boot zu holen, und das vor allem in finanzieller Hinsicht. Hier wurde eine erste erkennbare Bewegung bei der Gewinnung von Unterstützern gefordert. Eine mögliche eigene finanzielle Unterstützungszulage wurde vertagt, so Christian Großmann gegenüber der MAZ, zumal das Budget nach der Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung in den appelliert deswegen an die vergangenen zwei Jahren stark eingeschränkt sei.

 

Jürgen Rausch stellte die nächsten Maßnahmen der Universitätsstadt für die Verkehrsentwicklung vor. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten am Bahnhofsvorplatz abgeschlossen sein. Geplant ist weiter die Umgestaltung der Signalanlagen und der Kreuzungen Bahnhofstraße/RobertKoch-Straße sowie Deutschhausstraße/Bunsenstraße für den Zweirichtungsverkehr. Darüber hinaus sind laut einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in Bahnhof-, Elisabeth- und Deutschhausstraße Tempo-30-Zonen vorgesehen. Diese Straßenbereiche, insbesondere die Kreuzung an der Ketzerbach und vor der Elisabethkirche, sollen umgestaltet werden.

 

Ziel, so Rausch, sei die Fertigstellung bis zur Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek Ende 2016. Damit stehen die den nächsten Jahren tiefgreifende Veränderungen mit permanenter Bautätigkeit an.

 

Die Zeit bis zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Bereich der Elisabethstraße bei gleichzeitiger Erreichbarkeit und Durchlässigkeit, so Christian Großmann, sei durch schwierige Rahmenbedingungen geprägt und mit einer Operation am offenen Herzen vergleichbar. Der Werbekreischef appelliert deswegen an die Stadt, Umsicht und Fingerspitzengefühl walten zu lassen, für gute Kommunikation zu sorgen und die Belastung für Gewerb , Anwohner und Besucher des Viertels möglichst gering zu halten.

Quelle: op-marburg.de