26.08.2013

Bald der schönste Bahnhof Deutschlands?

Empfangsgebäude eröffnet · Für Oberbürgermeister Vaupel das „Herzstück der Stadtentwicklung“

„Der Marburger Hauptbahnhof bringt alles mit, um im kommenden Jahr als schönster Bahnhof Deutschlands ausgezeichnet zu werden“, sagte Grube am Mittwoch bei der Feierstunde zur Wiedereröffnung der Eingangshalle. Starke Worte des Bahnchefs, an die sich viele Marburger erinnern werden, wenn der Bahnhof erst einmal komplett renoviert ist: Barrierefrei wird er dann sein, erinnerte Grube, der sich zudem auf den umgestalteten Bahnhofsvorplatz freut – so wie auch Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel, der von Bahnhof samt Vorplatz als einem „Herzstück der Stadtentwicklung“ sprach. Einschließlich privater Investitionen seien, wenn alles fertig ist, sicherlich 100 Millionen Euro investiert worden, schätzt Vaupel. Nur zwölf Millionen Euro davon hat die Bahn bezahlt, weswegen Grube den Kostenanteil von Stadt, Land und Privaten als „gemeinsame Verantwortung“ lobte. Ohne den Verkauf des oberen Stockwerks des Bahnhofsgebäudes an die Gewobau hätte die Bahn die Renovierung des Gebäudes nicht bezahlen können. Der SPDBundestagsabgeordnete Sören Bartol erinnerte daran, dass es mehr als zehn Jahre von der ersten Verhandlungsrunde zwischen Bahn und Stadt bis zum vorläufigen Ende der Renovierung gedauert habe. Deswegen sei dieser Mittwoch „ein glücklicher Tag für alle Marburger“, sagte Bartol, der kritisch anfügte: „Wenn wir wollen, dass Menschen die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel benutzen, dann müssen wir auch ihre Visitenkarten schön machen.“ Die Steuergelder für den Marburger Bahnhof seien deswegen gut angelegt. Vaupel hingegen hat ganz andere Wünsche für die Zukunft der Stadt und ihren Bahnhof: „Wenn wir den Stundentakt nach Norden und den Stundentakt nach Süden hinkriegen, sind wir einen Schritt weiter“, sagte er. Vor der offiziellen Feierlichkeit hatte es Proteste mehrerer Behindertengruppen gegeben, die darauf hinwiesen, dass der Bahnhof noch immer nicht barrierefrei ausgebaut ist. Solcher Protest sei immer willkommen, sagte Grube, der sich positiv zur Einbeziehung etwa des Behindertenbeirats bei den Planungen für den neuen Bahnhof äußerte. Zumindest für eine Behindertengruppe ist der neue Bahnhof schon jetzt barrierefrei: Wolfgang Kutsche von der Selbsthilfegruppe CochleaImplantat lobte den neuen Service an Schalter eins. Dort können Gehörlose mit Innenohrprothese eine Induktionsspule einschalten

Quelle: op-marburg.de